, Hegaukurier

Hegaukurier: »Deutschland singt und klingt«

Musikalisches und gesprochenes Bekenntnis zur Demokratie am 3. Oktober

Seit 2019 gibt es am Tag der Deutschen Einheit die Initiative »Deutschland singt und klingt«. Auch in Engen beteiligte man sich wieder an der bundesweiten Feier, in der die Werte der Demokratie und des Zusammenhalts im Mittelpunkt stehen sollen. Die Veranstaltung erinnert an die friedliche Revolution und die Wiedervereinigung Deutschlands, spricht explizit alle Generationen und Nationen an und möchte mit Hilfe der Musik als »universelle Sprache« den Austausch und die Begegnung zwischen den Menschen fördern. Deutschlandweit fanden in mehr als 250 Städten und Gemeinden zeitgleich um 19 Uhr solche Veranstaltungen statt -in Engen wählte man mit 17 Uhr einen früheren Zeitpunkt, was wohl auch der Tatsache ge- schuldet war, dass mit dem Kinderchor viele junge Sängerinnen und Sänger auf dem Marktplatz dabei waren. Aus dem für die Aktion zusammengestellten offiziellen Liederbuch hatte Chorleiterin Ulrike Brachat Stücke wie »Ein bisschen Frieden«, »Europa Kinderland«, »Der Wunschvogel«, »Über sieben Brücken musst du gehen«, »Freude, schöner Götterfunken« oder den Kanon »Dona nobis pacem« ausgesucht, zum Abschluss wurde gemeinsam die Deutschlandhymne gesungen. Aus den Reihen der Philianer fand Luca Hölbling in einer kurzen Ansprache - die den Dank an alle, die den Weg auf den Marktplatz gefunden hatten, einschloss, eindringliche Worte. »Freiheit ist kein Privileg, Freiheit ist eine Aufgabe. Was nützt die Freiheit des Denkens, wenn sie nicht zur Freiheit des Handelns führt?«, fragte Hölbling. »Die größte Gefahr für die Freiheit ist die Gleichgültigkeit der Menschen. Wir müssen durch unser Denken, Handeln und durch unser Vorbild die Antworten der Freiheit auf die Herausforderungen unserer Zeit geben.«  Vor den Menschen der ehemaligen DDR, die sich durch friedvollen Widerstand gegen die restriktive Führung ihrer Regierung aufgelehnt hätten, vernei-ge er sich, so Bürgermeister Frank Harsch. Er erinnerte an Politiker wie Willy Brandt, Helmut Schmid, Helmut Kohl oder Dietrich Genscher, »die an die Befreiung aus dem sozialistischen Joch der SED-Diktatur geglaubt haben.« Helmut Kohls Verdienste stellte der BM heraus mit dem Verweis darauf, dass er »die alliierten Sieger-mächte von einem friedlichen und demokratischen Deutschland überzeugt hat.« Doch »kämpfen wir heute eigentlich auch genug für Freiheit und Demokratie?«, fragte der Bürgermeister. Er mahnte, Meinungsfreiheit zu gewähren und Ansichten auszuhalten, »auch wenn sie nicht unserem eigenen Meinungsbild oder dem politischen und gesellschaftlichen Mainstream zu einhundert Prozent entsprechen.« Das letzte Wort hatten dann wieder generationenübergreifend Chormitglieder wie Siegfried Fleischer oder die Philianer - die jungen SängerInnen formulierten dabei ihren Wunsch: »Wir wollen leben, ohne Ängste und frei.«

Bericht aus dem Hegaukurier KW41 2025