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Hegaukurier: Junge Stimmen in alten Gemäuern

»Gesang aus vier Jahrhunderten« - Konzert des Stadtchors und der Philianer mit vielen SolistInnen begeisterte das Publikum

Ein »Blumengruß« - einmalmusikalisch, überbracht vom Duo Maria Myronenko und Elena Kezic, die in klaren Stimmen das gleichnamige Lied von Friedrich Silcher sangen, und einmal »in echt« in Form von Sonnenblumen, die von MD Ulrike Brachat an ihren Chor und die Solisten überreicht wurden, bildeten den hübschen Rahmen für das Sommerkonzert im Museum.

Zuvor hatte Lea Schmidt das gefühlvolle »Denk an mich« (A.L.Webber) gesungen. Allein an diesen beiden Werken, Silcher und Webber, zeigt sich die Bandbreite der »Lieder aus vier Jahrhunderten«, zu denen Stadtchor, Philianer und SolistInnen eingeladen hatten.

Der Stadtchor eröffnete das Konzert mit »Ein Lied ist wie ein Traum«, es folgte ein bunter Strauß von Melodien, nicht nur aus unterschiedlichen Epochen, sondern auch Ländern wie das »Italienische Frühlingslied«, gesungen von Giulia Orefice und Samuel Zenker, die Sprachtalent bewiesen und mit »Sakura« eine japanische und mit »Rambutan pflücken« eine indonesische Volksweise folgen ließen.

Das Konzert, so betonte MD Ulrike Brachat zu Beginn, finde im Gedenken an die jüngst verstorbene Ursula Küchler statt, die als Vorsitzende viel für den Verein geleistet habe. Brachat dankte zudem dem Chor, dass er »den jungen SängerInnen« eine Plattform biete, und den Eltern der SängerInnen, ohne die die Probenarbeiten und Konzerte nicht möglich seien.

Die vielfach preisgekrönten Stimmwunder gaben alles - ob solo wie Lea Schmidt oder Francesca Citera, im Duett wie Maria Myronenko und Elena Kezic und Giulia Orefice mit Samuel Zenker oder als Quartett: Hier präsentierten Samira Hölbling, Elena Kezic, Lia Wöhrstein und Larissa Graf Klassiker wie das schlichte »Greensleeves«, das mit seiner elegischen Schönheit bezauberte, den »Mondfisch« und atonale Musik wie »Unordnung« von Erna Woll präzise und ausdrucksvoll.

Neben »leichten« Liebesliedern, Jazzsongs und Musical Stücken standen auch Werke, die »in die heutige Zeit des Kriegs, der Flucht und der Not passen« (Brachat) auf dem Programm: »Zogen einst fünf wilde Schwäne« (gesungen vom Oberstufen-Quartett), »Bitten der Kinder« (Bertolt Brecht/Paul Dessau, gesungen vom Oberstufen-Duo) und das von Dirigent Luca Hölbling und Larissa Graf vorgetragene »Far from the home I love« aus Anatevka erzählen vom Verlust der Heimat oder der Angst davor.

Das Duo Maria Myronenko und Elena Kezic beschloss das Konzert mit dem »Abendsegen« aus der Oper »Hänsel und Gretel«. Besonders auffallend war die große Vielfalt an Stimmen und Jahrgängen, vom jungen Duo Orefice und Zenker bis hin zu den großen Solistinnen Lea Schmidt und Francesca Citera - die Sopranistin begeisterte unter anderem mit »Voi che sapete« aus Figaros Hochzeit. »Wir sind ein Chor der Generationen«, hob MD Ulrike Brachat
hervor. »Bei uns sind alle Menschen willkommen!«

Bericht aus dem Hegaukurier KW30 2025