, Hegaukurier
Hegaukurier: Für Frieden und Freiheit einstehen
In Anwesenheit von Stadträten, dem Jugendgemeinderat und BürgerInnen erinnerte Bürgermeister Johannes Moser an den militärischen Überfall Russlands auf die Ukraine, der im Zentrum des Gedenkens am Volkstrauertag stehe. »Für uns war es unvorstellbar, dass in Europa nach den schrecklichen Erfahrungen zweier Weltkriege mit Millionen Toten, Kriegsversehrten, Witwen, Waisen und Vertriebenen tatsächlich wieder ein militärischer Angriff auf ein friedliches Land stattfinden könnte«, so Moser. Diese Schrecken des Krieges fänden in nächster Nachbarschaft statt: »Von Berlin nach Paris ist es sogar noch 80 Kilometer weiter als von unserer Hauptstadt in die ukrainische Stadt Lviv«, so der Bürgermeister. »Wir waren viel zu naiv«, sagte Moser. Die völkerrechtswidrige Annexion der Krim und die versteckte militärische Unterstützung der Separatisten im Donbass hätten eigentlich gezeigt, dass das Problem Russland und dessen nicht nachvollziehbare Sicherheitsbedenken nicht friedlich zu lösen wären. »Das heutige Russland zeigt, dass es sich an vereinbarte Verträge und Zusagen nicht halten will«, so Moser. Deshalb sähe man heute Bilder aus der Ukraine, mit zerstörten Häusern, Schulen und Krankenhäusern, wie Menschen vor dem Bombenhagel in Keller und U-Bahnschächte flüchteten und die vielen Toten und Verletzten. »Wir sehen, wie Flüchtlingskonvois unter russischen Beschuss geraten, geplünderte und zerstörte Städte und grausame, sinnlose Massaker an Zivilisten«, so Moser. Dafür trügen Präsident Putin und die russische Regierung allein die Verantwortung. Der Bürgermeister zitierte Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, der Verantwortung eingefordert habe: »Verantwortung für unsere Geschichte anzunehmen heißt nicht, die Auseinandersetzung mit den Konflikten der Gegenwart zu scheuen«. Aggressionen dürften nicht hingenommen werden. »Man müsse zusammenstehen und gemeinsam in Europa für Frieden, Freiheit und Achtung der Menschenwürde einstehen«, zitierte Moser. Am Volkstrauertag, schloss der Bürgermeister, gedenke man aller Toten und Opfer von Kriegs- und Gewaltherrschaft weltweit. »Wir trauern in Bezug auf die Ukraine nicht nur um die gefallenen Soldaten und getöteten Zivilisten in der Ukraine, sondern auch um die gefallenen russischen Soldaten«. Im Hinblick auf die Verbrechen der Deutschen im Zweiten Weltkrieg in der Ukraine gehe es, so Moser, auch darum, Leid und Not wiedergutzumachen. »Den Menschen in der Ukraine sollten wir uneingeschränkte Solidarität zukommen lassen«.